Cars and Cows
Verlag:
  • BUMMBUMM BOOKS
Sprache: Deutsch, Englisch
Beiträge von: Ute Behrend
Übersetzung: Florian v. Wissel
Gestaltung: Florian v. Wissel
Ausstattung: Hardcover, Fadenheftung, Folienprägung, Pseudoleder
Format: 18,1 x 24 cm
Umfang: 88 Seiten
Druck: Digitaldruck
Druckerei: Livonia Print, Riga
Buchbinderei: Livonia Print, Riga
Auflage: 500
printed in Latvia
ISBN: 978-3-948059-07-1

Cars and Cows

In gleichem Maße, in dem der American Dream in die Jahre gekommen ist und bröckelt, führt Ute Behrend in ihren Fotografien zwei Auslaufmodelle zusammen, die mit den guten alten Zeiten der Vereinigten Staaten assoziiert sind:
Amerikanische Oldtimer und alte Rinderrassen.

Auf ihren Reisen durch die USA fielen der Kölner Fotografin immer wieder Chevrolets, Cadillacs und andere klassisch amerikanische Autos auf – zum Teil liebevoll gepflegt, zum Teil sich selbst überlassen, rostend, am Straßenrand. Gleichermaßen blickte sie immer wieder in die aufmerksamen Augen von Longhorns und anderen Rindern. - Diese haben mehr mit den motorisierten Zeitzeugen des American Dream gemeinsam, als man denkt: Beide sind nummeriert und erfasst, stoßen unzeitgemäß viel klimaschädliche Gase, CO2 und Methan aus, belasten also die Umwelt und sind Symbole einer Ära, die guten Gewissens aus dem Vollen schöpfte und Symbole des Reichtums feierte. Ute Behrends empathischer Blick lässt eine gewisse Nostalgie zu, ohne ins Kitschige abzurutschen.

 

 

Photonews | März 2024

Ute Behrend
CARS & COWS

Bei ihren Reisen durch die USA stieß die Kölner Fotografin Ute Behrend immer wieder auf Relikte aus der „guten alten Zeit" des „American Dream". Einer Zeit, in der Benzin schluckende Pferdestärken und ein ungehemmter Fleischverbrauch die Zeichen des Wohlstandes darstellten. Hubraumstarke Blechfossile und alte Rindersorten in einem Buch zu vereinen ergibt zunächst keinen Sinn. Bis man sich die aktuellen Debatten über den Klimawandel und den prognostizierten Weltuntergang ins Gedächtnis ruft. Stichworte, Triggerpunkte für assoziatives Unbehagen sind CO2 und Methan.

Jene Gasverbindungen, die die Atmosphäre schädigen, das Erdenklima bis zum Exitus aufheizen und uns, die verschreckten Klimavernichter, relativ hilflos erstarren lassen.
So unpolitisch, harmlos diese Bilder auch wirken mögen, die tragende Botschaft ist deutlich.

Die USA gehören neben China zu den größten Emittenten klimaschädlicher Gase. Und das hat eine gewisse Logik. Wenn die amerikanische Durchschnittshausfrau mit ihrem Vehikel, das gut und gerne 20 Liter Benzin verbraucht, zum Supermarkt fährt, um das beliebte Fleisch für die Grillparty am Wochenende einzukaufen, wovon die Amerikaner pro Kopf an die 126 Kilo verzehren, schädigt diese Frau die Umwelt zweimal. Mit den üppigen Abgasen ihres Autos und indirekt mit dem Methan, was die zuvor noch lebenden Viecher in ihrem Leben abgesondert haben. Der Kreis schließt sich.

Ute Behrend ist ein Kunststück gelungen - sehenswerten Bildern auch inhaltliche Relevanz zu geben.

D.B. #dennisbrudna

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